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Echt jetzt: Originalgrafik oder Edition?

Kunstsammeln für Anfänger:innen: Was ist der Unterschied zwischen Originalgrafik und Edition?

„5/10 + 3 AP“: Was irgendwo ganz klein auf Kunstwerken geschrieben steht, liest sich mitunter wie ein Zahlenrätsel. Dabei erzählt dieser Vermerk viel über das Objekt, das man in Händen hält. Um beim genannten Beispiel zu bleiben. Es handelt sich um das fünfte von zehn Exemplaren, die hergestellt wurden in dieser Edition. Drei Exemplare hat sich der Künstler selbst behalten. AP bedeutet Artist’s Proof. Gemeint sind damit jene Exemplare, die eigentlich nicht für den Verkauf bestimmt sind, sondern oft aus archivarischen Gründen im Besitz der Kunstschaffenden bleiben – etwa um bei Ausstellungen zum Einsatz zu kommen. Natürlich können diese Exemplare irgendwann dennoch verkauft werden. Vor allem aus dem Nachlass kommen sie oft auf den Markt und sind besonders begehrt bei Sammler:innen. Schließlich sind sie etwas Besonderes.

Welche Kunst soll ich sammeln?

Besonders am Anfang stellt sich die Frage: Was soll ich sammeln? Welche Kunst wird im Wert steigen? Um wieder bei unserem Beispiel zu bleiben: Zehn Stück sind eine vergleichsweise niedrige Auflage, es bestehen also gute Chancen, dass sie im Wert steigen wird. Editionen bewegen sich meist im Rahmen von 10 bis 300 Exemplaren und sind ideal, um eine Kunstsammlung zu starten. Sie kosten weniger als Unikate, die sich vom lateinischen Wort „unus“, einer/einziger, ableiten. Weil es ein Unikat nur einmal gibt, hat es logischerweise den höchsten Wert für Sammler. Unter einer Auflage (auch Edition genannt, z.B. die ARTcube21 Kunstdruck-Editionen) hingegen versteht man im Kunstbereich die Gesamtzahl der aus einer Vorlage hergestellten Multiples. Bereits vor der Herstellung entscheidet sich der:die Künstler:in für eine bestimmte Auflagengröße.

ArtCube21; Michael Wegerer; Matthias Dorninger
Druckgrafiken von Michael Wegerer

Unikat, Reproduktion oder Originalgrafik?

Was aber sind Originalgrafiken? Im Gegensatz zu Reproduktionen werden diese manuell von dem:der Künstler:in hergestellt. Sie werden also von Hand gedruckt. Das heißt, es gibt Unregelmäßigkeiten. Jede Grafik ist ein wenig anders, sie wird zudem nummeriert und signiert. Anschließend wird die Schablone zerstört, damit es keine Raubdrucke geben kann. Wie aber erkennt man, ob das auch stimmt? Meist stellen Galerien und Druckwerkstätten Echtheitszertifikate aus.

Und was, bitte schön, sind Drops?

Jetzt wird es noch ein wenig spezieller: Wissen Sie, was Drops sind? Ursprünglich stammt dieser Begriff aus der Welt der Sneaker-Sammler:innen. Entstanden ist er aus gezielter Taktung und Verknappung der Warenausgabe. Ein bestimmter, begehrter Turnschuh wird in limitierter Stückzahl zu einem bestimmten Termin auf den Markt gebracht. Nur dann kann man ihn erwerben – oder später, um vieles teurer, im sogenannten Resell. Der Kunstmarkt hat sich hier an der Popkultur orientiert, er möchte cool sein, gerade für eine jüngere Käuferschicht.

Der gehypte Berliner Galerist Johann König bietet in der Plattform MISA.ART deshalb nicht nur NFT-Kunst, sondern auch sogenannte Drops an. Für 24 Stunden ist dann eine Edition zu kaufen. Produziert werden dann so viele Exemplare, wie verkauft wurden. Wer früher bestellt, hat eine niedrige Nummer. Spannend, aber auch unberechenbarer, weil die Auflage sehr hoch werden kann.

Welche Kunst steigt im Wert?

Die schlechte Nachricht: Garantie für eine Wertsteigerung gibt es keine. Der Kunstmarkt bleibt selbst Insider:innen in weiten Teilen rätselhaft. Auktionen von Kunsthäusern sind interessant, um ein Gespür für den Markt zu bekommen. Internetplattformen wie artnet listen Indizes über Preisentwicklungen und Markttendenzen auf, und jährliche Bestenlisten in Magazinen zeigen auch, wer gerade angesagt ist. Kunst kann an Wert verlieren. Oder an Wert gewinnen. Letztendlich entscheidet aber immer, ob jemand genau dieses Kunstwerk kaufen möchte, das man anbietet. Besser also, man verlässt sich nicht auf prognostizierte Trends, sondern sammelt das, was einem gefällt!

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