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Serie: Wohnen mit Farbe

Machen Sie blau!

Was diese Farbe alles kann, wie sie im Wohnraum wirkt – und warum sie in der ARTcube21 Edition eine besondere Rolle spielt, lesen Sie hier.

„Was ist Ihre Lieblingsfarbe?“ Auf diese Frage antworteten bei einer Umfrage 32 Prozent der Österreicher:innen: Blau. 19 Prozent nannten Grün, 17 Prozent Rot. Erst mit großem Abstand folgten Gelb, Orange, Rosa, Schwarz und Violett (mit je vier Prozent). Eher unbeliebt waren Braun, Grau und Weiß, die jeweils nur ein Prozent als Lieblingsfarbe nannten (Quelle: Statista 2019). Und trotzdem haben wohl die meisten ihre Wände in der letztgenannten Farbe – Weiß – gestrichen. Wie das zu erklären ist? Farben wirken auf unsere Stimmung. Und weil unsere Stimmungen wechseln, die Wände unserer Wohnung aber bleiben, entscheiden sich die meisten für das neutrale Weiß.

Blau: Farbe der Kälte, Ferne, Sehnsucht

Blau dagegen wird von vielen Menschen als besonders kühle Farbe empfunden. „Als Raumfarbe ist Blau ungemütlich, weil es den geschlossenen Raum auflöst, die Kälte hereinlässt“, schreibt Eva HellerStandardwerk zur Farbpsychologie „Wie Farben wirken“. Wir kennen diesen Effekt aus unserem eigenen Empfinden. Schließlich wirken die Schatten des Sonnenlichts auf unsere Wahrnehmung blau. Bläulich schimmern auch Eis und Schnee in der Kälte, und wenn wir frieren, werden Finger und Lippen blau. Doch nicht nur das. Die Farbe Blau lässt auch Objekte ferner wirken. Das liegt daran, dass uns die Erfahrung gelehrt hat, dass die bläulich verdichtete Luft, die zwischen uns und einem weit entfernten Objekt liegt, „Ferne“ bedeutet. Viele Maler:innen machten sich diesen Effekt zunutze, indem sie Entfernung durch einen Blauton andeuteten und ihre Werke so plastischer wirken lassen. Warum also nicht die Farbe Blau in Form von Kunst in unsere vier Wände holen?

Renata Darabants mehrfarbiger Holzschnitt „O.T.“ wurde in einer Auflage von 20 Stück gedruckt.

Holzschnitt: Blauer Blick in die Tiefe

Ein schönes Beispiel für blaue Tiefenwirkung ist Renata Darabants Holzschnitt „O.T.“ aus der Edition ARTcube21, der die Tiefe beim Blick aus dem Flugzeug in einem großen Spektrum an Blau- und Grüntönen spürbar macht.

Nur der Fluss, der von Natur aus blau wäre, ist in Darabants Farbgebung Goldgelb. Eine bewusste Verfremdung, denn dieses Bild ist eine Ode an die Ferne, den Horizont und die Sehnsucht, ihn zu erreichen.

Aber natürlich kann das Blau oder seine Schwesternfarbe, Türkis, auch für Erstarrung und Kälte stehen, wie in den Arbeiten der ARTcube21-Künstlerin Birgit Schweiger, die sich in einem aktuellen Werkzyklus kritisch mit Zukunftsszenarien in Zeiten der Klimakrise auseinandersetzt. Zum Werk.

"Verwunderung" von Birgit Schweiger, 2022, Serie MORPH
„Verwunderung“ aus der Serie MORPH von Birgit Schweiger. Eines von drei Unikaten in Öl, die exklusiv über ARTcube21 zu haben sind.

Eine Künstlerin hat den Blues

Eine besondere Liebe zur Farbe Blau hegt ARTcube21-Künstlerin Barbara Herbst. Seit vielen Jahren arbeitet sie mit Cyanotypien, einer Technik, die nach dem blauen Farbstoff Cyan benannt ist. Dabei wird das Papier zunächst lichtsensibel gemacht und anschließend belichtet, bis das Motiv in dem typischen blaugrünen Farbton zu Tage tritt. Und auch sonst hat Barbara Herbst „den Blues“. Denn bei der Arbeit im Atelier hört sie Blues-Musik. Manchmal greift sie aber auch selbst zur Gitarre und spielt. Wir könnten noch viel mehr über die Farbe Blau erzählen, doch es soll ja genug Raum für Bilder bleiben. In der nächsten Ausgabe des ARTcube21-Magazins widmen wir uns der Farbe Grün!

Neugierig geworden? Alles über die Technik der Cyanotypie lesen Sie hier.

"out of the blue" von Barbara Herbst - gerahmt, 2022; ARTcube21 Edition

Warum sagen wir eigentlich „Blaumachen“ und „Blau-Sein“?

Diese Geschichte sollten Sie sich für die nächste Party merken! Aber vielleicht erzählen Sie sie nicht gerade am Buffet: Bevor der Farbstoff Indigo aus Ostindien importiert wurde, färbten die Europäer ihre Stoffe mit Waidblättern blau. Um den Farbstoff Waidblau, auch Pastel oder deutsche Indigo genannt, aus der Pflanze zu lösen, legten die Färber des Mittelalters sie in eine Mischung aus menschlichem Urin und Alkohol und anschließend in die Sonne, um die Gärung einzuleiten. Weil aber Alkohol teuer und schwer zu produzieren war, wurde dieser von den Färbergesellen zunächst getrunken … den Rest überlassen wir ihrer Fantasie.

Indigo aus Färberwaid, Objekt aus dem Naturkundemuseum Karlsruhe

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